,Ein Leben ohne Gott kann ich mir nicht vorstellen’
„Miss Austria 2006“ Tatjana Batinic
besuchte den Religionsunterricht in einer Wiener HTL und erzählte von ihrem
Glauben.
„Der Glaube an Gott ist für mich sehr wichtig. Ein Leben
ohne ihn kann ich mir nicht vorstellen.“ Mit diesem Zeugnis verblüffte Tatjana Batinic, Miss Austria 2006, in
der vergangenen Woche die Schülerinnen und Schüler der HTL Wien 10 bei ihrem
Besuch. „Der Gottesdienst am Sonntag ist für mich eine Gewohnheit im positiven
Sinn“, bekannte sie, „er gibt mir Kraft und Orientierung für meinen Alltag.“
Tatjana Batinic, geboren 1985 in
Wien, ist Österreicherin kroatischer Abstammung. Ihre Eltern kamen vor etwa 30
Jahren nach Wien. Nach der Matura 2005 inskribierte sie an der damaligen
Pädagogischen Akademie (heute: Pädagogische Hochschule) in Wien-Favoriten, um
die Ausbildung zur Volksschullehrerin zu absolvieren.
Im Frühjahr 2006 wurde die 20-Jährige zur Miss Vienna und wenige Wochen später zur Miss Austria gewählt. Derzeit arbeitet Batinic
hauptberuflich als Model. Kirchlich ist sie in der kroatischen Kirche „Am Hof“
im ersten Wiener Gemeindebezirk beheimatet und besucht dort sonntags den
Gottesdienst.
Miss
Austria war immer schon gläubig
Ist Miss Austria schon immer
gläubig gewesen, will ein Schüler wissen. Ja, erzählt Batinic,
der Glaube sei ihr durch ihre Erziehung vermittelt worden. Ihre Eltern seien
sehr gläubige Menschen und hätten sie immer in die Kirche mitgenommen.
Selbstverständlich habe es auch in ihrer Pubertät eine
Zeit gegeben, in der sie in der Kirche auf die Uhr geschaut hätte, wann die
Messe denn endlich aus wäre, aber diese Phase habe sie längst überwunden. Der
Gottesdienst sei für sie eine Quelle der Kraft und der Hoffnung. Das Model
ermutigt die Schülerinnen und Schüler, öfter am Gottesdienst teilzunehmen.
„Wir
Kroaten waren sehr stolz“
Hat Tatjana Batinic den
Papstbesuch verfolgt, der ja bei der kroatischen Kirche „Am Hof“ begonnen hat?
„Verfolgt hab ich ihn weniger“, meint sie, „ich war selber dabei! Wir Kroaten
waren sehr stolz, dass der Papst zu unserer Kirche gekommen ist.“
„Benedikt kommt nach Österreich. Was macht er als erstes?
Er fährt zur kroatischen Kirche! Ich war also beim Treffen am Freitag vor
unserer Kirche dabei. Das Wetter war ja nicht so schön, wir sind alle nass
geworden. Aber er war ein großartiges kirchliches ‚Spektakel’.“
Besonders schön fand sie, „als die vielen Kinder und
Jugendlichen dem Papst zugejubelt haben und ihn wie einen Popstar begrüßt
haben. Mir hat das gefallen. Das ist unsere heutige Kultur.“
„Liebevoll
und nicht zickig“
„Wie wirkt sich der Glaube in Ihrem Alltag aus? Beten
Sie?“, fragt ein Schüler. Tatjana Batinic: „Ich
versuche einfach liebevoll zu sein und nicht zickig. Ja, ich bete am Abend. In
der Früh ist es meist ein wenig hektisch, da komme ich oft nur zum Beten, wenn
ich schon auf dem Weg bin.“
Würde sie es aus religiösen Gründen ablehnen, Nacktfotos
machen zu lassen, will ein anderer wissen. Batinic:
„Warum religiöse Gründe? Ich will das ganz allgemein nicht.“ Nachsatz: „Und ich
hoffe, dass das auch niemanden interessiert!“ Die Miss Austria
hält fest, man könne in der Modelbranche ohnehin die Koffer packen, wenn man
Nacktaufnahmen machen ließe, und das sei auch gut so.
Weihnachten feiert Tatjana Batinic
mit ihrer Familie. Sie ist eher für kleine oder selbstgebastelte
Geschenke und lehnt den vorweihnachtlichen Einkaufsstress ab. Man solle sich
mehr auf den Inhalt des Festes, nämlich die Geburt Christi, konzentrieren,
findet sie.
Beichte
als Vorbereitung auf Weihnachten
Ihrem Bruder schenkt sie heuer einen Rosenkranz, verrät
sie. Zur Vorbereitung auf Weihnachten gehört für sie die Beichte. „Beichte ist
die Vergebung der Sünden. Dadurch fühle ich mich reiner, und es ist schön, die
Vergebung der Schuld offiziell von Gott zugesprochen zu bekommen.“
Wie schaut es mit dem Thema Freundschaft im Leben einer
Miss Austria aus? Es sei eher schwierig, tiefere
Freundschaften zu knüpfen, weil die Gespräche oft sehr oberflächlich seien und
es meistens um Smalltalk gehe, bekennt das Model.
Tatjana Batinic weiß auch, dass ihre Berufung nicht nur vor der
Kamera ist: Sie will eine Art „Botschafterin des Glaubens“ sein, verrät sie in
einem persönlichen Gespräch zwischendurch. Durch ihre Wahl zur Miss Austria könne sie jetzt einen größeren Kreis an Menschen
ansprechen.
11. Dezember 2007
Artikel auf http://www.kath.net/detail.php?id=18445